Das Wappen der Donauschwaben

 

Das Wappen ist durch einen blauen Wellenbalken geteilt von Gold und Weiß; oben ein rot bewehrter schwarzer Adler; unten auf grünem Ackerboden eine sechstürmige weiße Festung aus Ringmauer und Gebäuden, rot bedacht, über der rechts die strahlende goldene Sonne und links der weiße abnehmende Mond schweben. Die Seiten „links" und „rechts" sind – wie in der Heraldik üblich – nicht vom Betrachter her zu sehen, sondern vom Ritter hoch zu Ross, dem Betrachter entgegengesetzt.

 

 

 

 

Die Bedeutung der Motive und Farben des Wappens

 

Der Adler hält als kaiserliches Wahrzeichen seine Schwingen schirmend über die donauschwäbischen Landschaften am Mittellauf der Donau. Der Adler symbolisiert die Schutzpflicht der römisch-deutschen Kaiser für diese Gebiete des Reiches. Der Adler wurde bereits von Kaiser Karl dem Großen im 9. Jahrhundert als kaiserliches Wahrzeichen übernommen; seit dem 12. Jahrhundert steht er im deutschen Reichswappen als Symbol für Kraft und Einigkeit.

 

Der Wellenbalken symbolisiert die Donau als Schicksalsstrom des jüngsten deutschen Neustammes. Auf der Donau fuhren bekanntlich unsere Siedlerahnen mit Ulmer Schachteln, Plätten und Zillen flussabwärts, auf beiden Seiten ihres Mittellaufes vom Raabfluss im Nordwesten bis zum Eisernen Tor im Südosten – zum Teil im Verlauf der defensiven Militärgrenze als des Kaisers Grenzer – wo sie eine deutsche Landschaft schufen.

 

Inmitten des fruchtbaren Ackerlandes, das die Donauschwaben mit der Pflugschar urbar gemacht haben, steht die wehrhafte Festung Temeschburg, ein Symbol der kaiserlichen, deutschen Wehranlage und Militärgrenze gegen die Türken. Die sechs Festungstürme stehen für die sechs donauschwäbischen Hauptsiedlungsgebiete: Südwestliches Ungarisches Mittelgebirge, Schwäbische Türkei, Slawonien-Syrmien, Batschka, Banat und Sathmar. Die Festung Temeschburg wird flankiert vom Halbmond und von der Sonne. Der Halbmond ist das weltliche Symbol des Islam. Der Halbmond ist weiß, also abnehmend. Der weiße, abnehmende Halbmond ist demnach das Zeichen der im 17./18. Jahrhundert zurückweichenden türkischen Bedrohung des Abendlandes. Die aufgehende, strahlende goldene Sonne ist das Symbol für Prinz Eugen von Savoyen und das Symbol für Christus, der als Sonne der Gerechtigkeit und wahres Licht gepriesen wird. Somit steht die Sonne als ein Lichtpunkt für die Zukunft, für Sieg und Wiederbeginn der westlichen, christlichen Kultur durch kaiserliche Herrschaft und donauschwäbische Besiedlung im 18 Jh. im pannonischen Becken.

 

Das Wappen zeigt die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und die donauschwäbischen Stammesfarben Weiß-Grün. Schwarz-Rot-Gold, Sinnbild des deutschen Einheitswillens und Farben des deutschen Bundes, sind in das Wappen aufgenommen worden, weil sich die donauschwäbische Stammesgeschichte bis 1806 im Rahmen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation vollzog. Weiß–Grün sind die donauschwäbischen Farben: Weiß ist das Symbol der friedlichen Gesinnung der Donauschwaben, Grün als Farbe der Hoffnung ist Symbol für die durch Aufbauarbeit zur Kornkammer gewordene donauschwäbische Heimat.

 

Heimatortsausschuss Weprowatz