Die Kirche zum hl. Martin - das Wahrzeichen                                  Sprengung der Kirche 1970 - Das Ende von Gakowa

Eine Kurzgeschichte über das Dorf meiner Ahnen

anhand von Auszügen aus dem Heimatbuch

Gakowa

von Dr. Ignatz Stein und Stefan Nuber

 

Im Jahre 1736 erschien auf der Baar, das Gebiet um das heutige Donaueschingen, das zum Fürstentum Fürstenberg
gehörte, eine Kommission zur Anwerbung von Ansiedlern nach Ungarn. Der Leiter der Kommission war der Kaiserliche
Populationskommissar Josef Anton Vogl, der älteste Sohn des Fürstenbergischen Obervogts zu Haslach im Kinzigtal, Josef
Friedrich Vogl. Der von ihm verbreitete Werbezettel lautete:

Verheißungen und Bedingungen unter denen von Ihro Röm. Kaiserl. und Königl. Majestät die deutschen Familien anzuwer-
ben ich Endesgefertigter allergnädigst beauftragt wurde:

1. Werden alle Familien, die sich in Südungarn oder im sogenannten Banat ansiedeln wollen, mit Floßen oder Schiffen auf
kaiserliche Kosten (Transportspesen) bis in die Festung und Banatische Hauptstadt Temesvar sowie an ihren künftigen
Wohnort, von Marxheim, das ist drei Stunden unter Donauwörth, im Frühjahr 1737 unentgeltlich abgeführt und überlie-
fert.

2. Wird versprochen, diese Leute in lauter Gegenden anzusiedeln, wo es ihnen weder an frischem Wasser noch an Frucht-
barkeit des Bodens mangeln soll. Dann wird jeder unentgeltlich an Ackerland, Wiesen, Weide und Wald sowie Weingarten soviel
erhalten, als er zu bestreiten sich getraut.

3. Als Einrichtung ist von aller Anfang an unbedingt notwendig und kann um das nachstehend angesetzte Geld erbaut
beziehungsweise gekauft werden:   

1 Haus, Wagen, Pflug und Eggen, 4 große Ochsen,  2 Pferde  4 Kühe und vier Kälber, 2 Zuchtschweine. Schließlich für Nahrung bis
zur nächsten Ernte und andere kleine Ausgaben

zusammen 200 fl (Gulden)

 

Jene Familien, die den obigen Betrag von 200 fl. oder auch noch etwas weniger besitzen und sich bis an Ort und Stelle
verköstigen, mithin aus eigenen Mitteln sich einrichten können erhalten fünf ganze Freijahre, sind also während dieser Zeit
vom Zehnten und allen Umlagen gänzlich befreit.

4. Nach verflossenen 5 Jahren aber hat ein Hauswirt neben dem gewöhnlichen Zehnten an Feldfrüchten, Wein, Bienen und
Lämmern für seine Person nicht mehr als jährlich 6 fl., ein verheirateter Sohn, Bruder oder Verwandter ebensoviel, dann ein
lediger Sohn, Bruder oder Einwohner 3 fl. zu bezahlen. Ferner sind nach jedem Stück Pferd, Ochsen oder Kuh 17, nach einem Schaf 7, nach einem Bienenstock 6, nach einem großen Schwein 6, nach einem kleinen 3 Kreuzer zu entrichten. Alle  anderen Geldabgaben welcher Art immer sind gänzlich ausgeschlossen.

Um feststellen zu können, wieviel Familien mit wieviel Köpfen unter den angeführten Bedingungen nach Südungarn oder ins
Banat ziehen wollen, ist es notwendig, daß sich jeder Hauswirt gleich nach seiner Entschließung zu Donaueschingen beim
unterfertigten Kaiserlichen Kommissar melde, es sei denn, daß jemand mit den zu diesem Zweck entsendeten Kaiserlichen
Banatischen Bürgern Heinrich Schwartz, Schultheiß Uypetsch oder mit Valentin Späth aus Neuarad mündlich ge-
sprochen habe. Auf Grund der von diesen einzusendenden Nachrichten sollen die Flöße oder Schiffe rechtzeitig bestellt
und alle notwendigen Anordnungen getroffen werden, damit Mitte März 1737 mit Gottes Hilfe der erste, am 15. Juni der
zweite und am 15. September der dritte Transport vom obengenannten Marxheim unbedingt abgehen könne. Daher sollen
jene, die eingeschifft zu werden verlangen, 2 Tage vorher, also bis zum 13. des betreffenden Monats umso gewisser eintreffen,
als sie sonst den Transport versäumen und sich auf andere werden gedulden müssen.

Gegeben zu Ulm, am 30. September 1736.

Joseph Anton Vogl m.p.
Kaiserl. Populations-Kommissarius

 

Wir sehen also, daß die Ansiedler keineswegs arme Leute sein konnten. Um die im Werbezettel genannte Anfangsausstattung zu kaufen, wären - ohne Haus - heute 35.000,- bis 40.000,- DM erforderlich. Man wird also das Anfangsvermögen nach heutigem Wert mit ca. 50 000,- DM ansetzen können. (Anm. EF: Wir wissen nach heutiger Forschung, dass in nicht unerheblichem Umfang gerade ökonomische Gründe (Armut, Anerbenrecht) zur Auswanderung geführt haben).

 

Nach einem Billett (Notiz) der Kaiserlichen Hofkanzlei vom 20. März 1762 wird ein Gutachten angefordert über die
„Impopulation“ (Besiedlung) von Praedien (Landgütern) der kgl. Freistädte Zombor, Szegedin. und Debreczin.

In einem Billett vom 13. April 1762 ,,anbefiehlt“ die Kaiserin Maria Theresia eigenhändig, die ,Praedia Gakova, Pratevics,
Philipova, Nemeczacz, Jozan und Gaidobra zu drei Dörfern zu schaffen.

In einem Billett, ebenfalls vom 13. April 1762, ergeht gleichzeitig die Anordnung zur „Anlegung von Mappen (Karten) für
Terrain mit Größe und deren Grenzen“.

Das angeforderte Gutachten lautet (aus dem lateinischen übersetzt):

„Am Tag nach dem 17. Mai sind wir alle zugleich durch das Gut Pradievich zum Gut Gakova gezogen. Bei der Besichtigung
des Gebiets dieser beiden Güter sind wir zu der Auffassung gekommen, daß, wenn diese beiden Güter zusammengefaßt
wären, bequem ein schönes Dorf bestehen könnte, weil in beiden fruchtbare Krume, das beste Gras (Getreide? ), gutes
Wasser und in Gakova ähnlicherweise beste Weide vorherrschen.
Wir fügen auch hinzu, daß aus dem Besitz der bessere Teil dem Ackerbau, der geringere Weideteil dem Gut Gakova, und
der andere Teil für den Ackerbau nach Pradievich zugeschlagen werden müßte.

Jenes Dorf würde nicht nur dem Grundherrn genügend Nahrung bieten, sondern auch der Allgemeinheit von großem Vor-
teil sein, weil die königliche Straße von Baja-Zombor nach Bacs durch dasselbe Dorf führen würde und man bei militäri-
schen Bewegungen, wo man bisher aus dem Besitz Gara bis zur Station Stapary gute 4 Stunden marschieren mußte, man nun
in der gleichen Zeit auf direktem Weg ganz hindurchwechseln könnte.

In einem Handbillett vom 12. May 1762 empfiehlt Maria Theresia, die angegebenen Praedia zu besiedeln. Graf von
Graszalkovics macht in einem Bericht vom 20. Dezember 1762 den Vorschlag, „Szkakova und Bratyevity mit 100 Untertanen
zu besiedeln". Die Kaiserin gibt nun Weisung, „die Pradia in Systeme einzuteilen und beschleunigt Vortrag vorzulegen“. Es
sollen „Colonisten“ in Schwaben gesammelt werden. 400 sind vorzusehen.

Auf Empfehlung der ungarischen Hofkammer sollen die deutschen Familien in der Nähe der Donau, wo Brunnenwasser und
Holz vorhanden ist, angesiedelt werden. Entfernt gelegene Pradia, wie Szkakova und Gajdobra, sollen mit ungarischen und
illyrischen (slawischen) Familien besetzt werden, weil diese Einöden gewohnt und im Feldbau und in der Wirtschaft erfahren
sind.

In einer Nota vom 3. Februar 1763 wird berichtet, daß im Jahre 1763 die vorgesehene Ansiedlung von Gakova, Pratevits,
Philipova, Nemczacz, Jozsan und Gaidobra nicht mehr möglich ist. Daraufhin ergeht am 20. Marz 1763 die Anordnung über
die Trockenlegung von Sumpfen und Morasten durch die Kammer, die nachher zu besiedeln sind. Um die „fundi Contri-
butionalis (Naturalabgaben) zu vermehren und um Rekruten zu erlangen, sind „teytsche Colonisten“ zu bevorzugen. Gegen
"Raitzisches Volk“ (Serbisches Volk) bestehen Bedenken. Die Colonisten sind im Feber und März anzuheuern und im April zu transportieren.

Die Nota vom 3. Februar 1763, in der berichtet wird, daß die Ansiedlung der vorgesehenen Praedia in demselben Jahre nicht
mehr möglich ist, wurde sehr wahrscheinlich von Graszalkovich verfaßt, der nicht mehr weitere deutsche Colonisten ansiedeln
wollte. So beschloß die Kaiserin, einen eigenen Siedlungskommissär zu ernennen und die Ansiedlung energisch voranzu-
treiben, wie aus der oben angeführten Notiz vom 20. Marz 1763 hervorgeht. Maria Theresia ernannte für dieses Amt den
Hofkammerrat Baron von Cothmann. Cothmann setzte die Ansiedlung fort. Die Colonisten erhielten Darlehen, für deren
Rückzahlung 6 gesetzliche Freijahre gewahrt wurden. An Abgaben waren zu entrichten: 100 Denarios, 12 Hühner,
2 Gänse, 1 Schwein, dem Pfarrer den Decimae (Zehnt), 1 Tag in der Woche dienen. Für die Abgaben wurden ebenfalls 6
Freijahre gewährt. Dafür bekam der Siedler 30 Morgen Acker und 10 Morgen Wiesen (Morgen = Joch), die „Gründe denen-
selben und Erben nicht entziehen“.

Für „Erhaltung des Leibes und der Seelen“ wurde ein „Chirurgus" bestellt, der ausgestattet war mit „Medicamenten gegen
gewöhnliches Fieber und Disenteria". Die Seelsorger waren vom „Patronus“ (Grundherr) und den „Colonis“ (Siedlern) zu unter-
halten. Die Kirche war zunächst vom „Patronus“ zu errichten, die Unterhaltung geschah durch die Bewohner.

Da im „Baczer Comitat“ kein Holz zum Bauen und Brand vorhanden war, „so sind von den dasigen Praedien und auszu-
trocknenden Sümpfen Holz anzusaamen“.

Für das „Baczer Comitat“ wird auch der „Seidenbau“ empfohlen. „Graszalkovich soll Pflanzenschulen für Maulbeerbaume
errichten und Pflanzen unentgeltlich an Unterthanen abgeben" (bekanntlich waren die Landstraßen zur Abgrenzung bis zuletzt
mit Maulbeerbaumen bepflanzt).

Cothmann begab sich nach seiner Ernennung von Preßburg (ungarische Residenz) aus auf die Reise an Ort und Stelle und
traf dort sogleich seine Anordnungen. Er kam in die Nordbatschka und ließ die Praedien, Gakova, Pradjevity, Kruševlje,
Stanisics, Peakova, Sariund Gyurity ausmessen, die er zur Anlegung neuer Orte für geeignet hielt. Er ordnete auch an, daß
die Prädien Gakova und Pratyevity zusammengelegt werden und darauf deutsche Kolonisten anzusiedeln sind.

Noch im gleichen Jahre - 1763 - kamen Siedler aus verschiedensten Ländern des Reiches. In der Zeit von 1763 - 1768 kamen 210 Ansiedlerfamilien und ließen sich nieder.

Die Herkunft der Ansiedler zeigt folgende Übersicht:

 

Land Anzahl
Reich 99
Ungarn 50
Mähren 32
Böhmen 19
Österreich 11
Lothringen 7
Bayern 2
Schlesien 2
Italien 2
Belgien 1
ohne Angaben 3
Ansiedlerfamilien zusammen 228

Wir sehen auch, daß die Bevolkerung aus allen Richtungen des Kaiserreiches kam mit ihren eigenen - oft entgegengesetzten -
Sitten und Gebrauchen, Gewohnheiten und Lebensarten. Ja, auch die unterschiedlichsten Mundarten wurden gesprochen, so
daß sehr wahrscheinlich auch Verständigungsschwierigkeiten aufgetreten sein durften. Man stelle sich doch vor - die Lebensart und Gebräuche eines Böhmen oder Mähren und jene eines Lothringers, Pfälzers oder Franken! Und diese Gruppen waren wohl am stärksten vertreten im neuen Dorf. Ist es dann verwunderlich, wenn der Ortspfarrer Gabriel Tormásy (1882 - 1887) in seiner Ortsgeschichte von Gakowa die Uneinigkeit und Zerstrittenheit der Gakowaer beklagt?

Doch die Gakowaer sind zu einer Dorfgemeinschaft zusammengewachsen mit gemeinsamen Sitten und Gebräuchen. Als Mundart hat sich das Pfälzisch-Fränkische durchgesetzt, das etwa zwischen Mannheim und Tauberbischofsheim gesprochene:
„Mir laafe in die Kerch“ (Wir gehen in die Kirche)
„Der Hutsch springt fort“ (Das Fohlen läuft davon)
„Ich bin gstaad g'loffe“ (Ich bin langsam gegangen)

 

Mit dem Aufbau wurde begonnen

1767 waren in Gakowa bereits 196 Hauser: 120 große und 76 kleine Kolonistenhäuser errichtet. In diesen wohnten 197
Bauern- und 13 Kleinhäuslerfamilien. Gakowa hatte also 210 Familien. Das neue Dorf zählte 786 Einwohner.

Gakowa erhielt eine Fläche von 106 Sessionen zu 40 Kataster-Joch zugeteilt. Insgesamt waren es 4315 Kataster-Joch. Die
Landzuteilung an die Siedler wurde nach Sessionen (Ansässigkeit = Ackernahrung) bemessen. Eine Session sollte ihrem
Besitzer die volle Existenz sichern. Es ist naheliegend, daß die Größe einer Session von der Bodengüte bestimmt wurde. Der
Begriff ,Session“ hat sich in der Umgangssprache von Gakowa offensichtlich nicht erhalten, man sprach von „,Joch“ (,,Joch"
Katastral-Joch = 1600 Strick" = 2 Viertel (offensichtlich halbe Session). Von großeren Flächeneinheiten sprach man nicht. In Gakowa
umfaßte ein „Viertel-Feld" 7 Kataster-Joch, ein „halber Strick“ demnach 14 Kataster-Joch. In Stanišić war ein „Viertel Feld“
10 Kataster-Joch.

Wenn eine Session aus 4 Vierteln bestanden hat, so dürfte in Gakowa eine Session etwa 28- 30 Kataster-Joch gehabt haben,(Anmerkung EF: 30 Joch entsprachen ca. 15 ha)..
Bis 1767 war die Ansiedlung im wesentlichen abgeschlossen und Gakowa hatte damals 120 große und 76 kleine Hauser.
Man kann davon ausgehen, daß die großen Häuser „,Vollbauernstellen“ mit je einer Session und 26 kleine Hauser eine „,Halb-
bauernstelle“ mit je einer halben Session beherbergten. Deswegen 26 Halbbauernstellen, weil in Gakowa damals auch 50
Handwerker angesiedelt wurden, die wahrscheinlich in 50 kleinen Häusern mit etwas Land ansässig wurden.

Es waren also etwa 4/5 Vollbauern und 1/5 Halbbauern angesiedelt worden, wobei auf drei Bauernhaushalte ein Handwerks-
haushalt kam. Zählt man die Taglöhnerhaushalte auch zur Landwirtschaft gehörig (wo sie auch arbeiteten), so ist dieses
Verhältnis Landwirtschaft : Gewerbe im wesentlichen bis zum Ende erhalten geblieben. Das Verhältnis Vollbauern zu Halb-
bauern hat sich sehr stark zu den letzteren hin verschoben bei etwa gleichbleibender Zahl von „,Vollbauern." Die Vermehrung
der „Halbbauernstellen“ war nur möglich durch Ausdehnung des Besitzes auf benachbarte Gemarkungen.

Das Kolonistenhaus und die Kosten des Baues der damaligen Zeit wird von Friedrich Lotz wie folgt dargestellt:

In der zweiten mariatheresianischen Ansiedlungszeit (1763 - 1768) gab es zwei große Kolonistenhaus-Typen: der große und
der kleine Typus. Das große Kolonistenhaus bestand aus einer Stube, einer Küche und einer Kammer, hatte ferner drei Türen
und drei Fenster. Die eine Türe führte aus dem Hofe in die Küche, die zwei anderen Türen in die gegen die Gasse gelegene
Stube, beziehungsweise in die Kammer. Die Stube hat ein Gassen- und ein Hoffensterchen. Der starke Unterzugsbalken
trug das aus sieben Gespärren bestehende, mit Rohr gedeckte einfache Satteldach. Das kleine Kolonistenhaus hatte nur eine
Stube und Küche, zwei Türen, zwei Fensterchen und fünf Gespärre.

Zum Hausbau erhielten die Kolonisten der Kameraldörfer aus der Inpopupalitonskasse große Geldvorschüsse, die teils zurück-
gezahlt, teils jedoch nachgelassen wurden.

In Gakowa wurden damals - wie oben erwahnt - 120 große und 76 kleine Hauser erbaut, für die ein Geldvorschuß von
6321 fl. und 12 3/4 kr. gewährt wurden.

Schon 1765 wurde das erste Gotteshaus gebaut und im gleichen Jahre die Schule eröffnet. Die Schulen waren damals
kirchliche Einrichtungen. Ein Jahr später, 1766, wurde bereits die kirchliche Verwaltung als Administratur errichtet.

Auch die Gemeindeselbstverwaltung wurde schon 1765 eingerichtet durch die Wahl eines Gemeindevorstandes, bestehend aus den Geschworenen und dem Gemeindeausschuß mit dem Richter als Vorsteher. Es wurden damals die ersten Geschworenen: Johann Ollmann, Bonifazius Diehl, Anton Marschin, Adam Breuer, Christian Fink und Ignaz Dirobolt. Dem Ausschuß gehörten an: Nikolaus Spitznagel, Bartholomäus Mesch, Balthasar Oberhirsch, Adam Kessler, Johann Bauer und Josef Lang. Zum Richter wurde Anton Braunfor bestellt. 

Im Jahre 1787 wurde die aus Kotsteinen errichtete erste Kirche durch eine neue - unsere - Kirche ersetzt, und 1798 wurde die erste Kapelle zum hl. Antonius erbaut.

Bereits 1789 erhielt Gakowa eine Poststation und der erste Postmeister Andreas Pindira wurde 1790 eingesetzt. Der Schul-
unterricht muß früher in einem Behelfsraum erteilt worden sein, denn erst 1805 wird ein Schulgebäude errichtet.

Die Entwicklung der kirchlichen Verwaltung fand ihren Abschluß 1810 durch Erhebung der Administratur zur Pfarrei. Erster Pfarrherr wurde Jakob Ledl.

Die Zunftfreiheit führte man 1829 ein.

Im Jahre 1834 wurde die Gemeinde von der Viehpest heimgesucht, der ein großer Teil des Rindviehbestandes zum Opfer fiel und Not für die Bevölkerung brachte, Schlimmer war aber die Cholera, die 1836 Einzug hielt und dem Tod reiche Ernte einbrachte. Aus der Überlieferung wissen wir, daß in manchen Häusern mehrere Leichen gleichzeitig aufgebahrt waren.

1838 wurde sodann die Kapelle erneuert.

Ein Ereignis von großer Tragweite war der Bau der Eisenbahn von Zombor nach Baja. Dadurch erhielt Gakowa Bahnanschluß.
Die Strecke wurde 1895 dem Verkehr übergeben.

1898 wurde das heute noch benutzte Schulhaus gebaut.

Die Änderung des Ortsnamens wurde von ,,Gakowa“ in „Gador“ 1904 gemäß eines Regierungserlasses vorgenommen.

1908 wurde die bereits 1767 erbaute Antonius-Kapelle neu gebaut und vergrößert.

1910 wurden sämtliche Gehwege den Häusern entlang gepflastert, so daß das Begehen der Gassen bei jeder Witterung
mit sauberem Schuhwerk möglich wurde.

150 Jahre haben die Gakowaer an ihrem Gemeinwesen aufgebaut. Es ist inzwischen zu einem stattlichen Dorf mit 2 700
Seelen angewachsen, als ein schweres Unheil über die Welt und über die Gemeinde kam: der Weltkrieg.

 

Anmerkung EF: Die hier dargestellten Auszüge aus dem Gakowarer Heimatbuch sind von mir nicht mit der üblichen Zitierweise versehen und nicht redigiert übernommen worden. Das Heimatbuch ist im Selbstverlag des Gakowarer Heimatausschusses vertreten durch Stefan Nuber, Blaubeuren, herausgegeben worden. Der Heimatausschuss ist aufgelöst worden und hat meines Wissens auch keine Rechts-Nachfolger(innen). Die Autoren Dr. Ignatz Stein und Stefan Nuber sind beide verstorben. 

Sollte es trotzdem noch Rechte an den Texten geben, dann bitte ich Sie, sich an mich zu wenden. Ich werde dann unverzüglich die hier verwendeten  Auszüge, sofern gewünscht, aus dem Netz nehmen.